Dankbarkeit im Glauben

Dankbar.
Für Dinge die andere nicht haben aber brauchen.
Für das Haus mit Garten und der Familie nebenan.
Für die kleinen Momente in den man die Schönheit des Lebens erkennt.

Google definiert Dankbarkeit mit einem Gefühl der Wertschätzung, eine positive Zuwendung, eine Einstellung die man üben kann. Man übt also die schönen Momente mehr wertzuschätzen und dankbar für sie zu sein. Aber was ist mit den Momenten in den man kein Dach über den Kopf hat? Kein Essen im Kühlschrank? Streit in der Familie hat.

Im Glauben wird Dankbarkeit mit Lobpreis, Gebete und Dankesliedern zum Ausdruck gebracht. In der Bibel finden wir Menschen die Gott für seine Wundertaten dankbar sind. Menschen die vor Jesus auf die Knie gehen und sich vor ihm verneigen, weil er sie geheilt hat. Aber wir finden auch Menschen die Dankbarkeit zeigen, obwohl sie im Gefängnis sind.
Paulus selbst schrieb stets voller Dankbarkeit an den Gemeinden und hörte auch gefesselt nie auf Gott zu loben.

„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott…“ Apostelgeschichte 16,25

Sie beteten obwohl die Todesstrafe darauf liegt.

„Als nun Daniel erfuhr, dass ein solches Gebot ergangen war, ging er hinein in sein Haus. Er hatte aber an seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er es auch vorher zu tun pflegte.“ Daniel 6, 11

Sie loben Gott in Angesicht von Tod und Leid.

„Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ Hiob 1,20-21

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Glauben und Dankbarkeit.
Haben die Menschen also mit abnehmen des Glaubens ihre Dankbarkeit verloren und müssen sie deswegen üben?

Auf die heutige Zeit blickend könnte man fragen: Ist es vllt ein Konzept des Kapitalismus die Menschen ihre Sicht auf die Dinge zu nehmen, die sie haben? Und somit auch ihre Dankbarkeit? Werbung, Konsumkultur und ständige Produktneuheiten lenken den Blick nicht auf das, was man hat, sondern auf das, was „noch fehlt“. Es wird ein Gefühl erzeugt, dass „mehr“ immer besser ist – mehr Geld, mehr Besitz, mehr Status. Das macht Menschen unzufrieden und nimmt die Fähigkeit, mit dem Bestehenden dankbar zu sein. Egoismus, Sorgen oder Vergleiche mit anderen können Dankbarkeit überdecken. Früher und auch heute.
Die Bibel zeigt auch Menschen die mit ihrem Glauben ihre Dankbarkeit verloren. Der Wunsch nach mehr ist keine neue Erfindung. Als Jesus durch Samarien und Galiläa wanderte und auf zehn Aussätzige Männer stieß, heilte er alle, doch nur einer kehrte zurück, um Jesus zu danken. Die anderen nahmen die Gnade an, ohne Dankbarkeit zu zeigen.

„Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?  Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?“  Lukas 17,17-18

Schon Lucifer wollte mehr und verlor den Blick auf das was er hatte. Dankbarkeit ist also kein Selbstläufer. Sie ist eine Haltung, die wir einüben müssen, weil unser Herz leicht vergisst und sich nach „mehr“ ausstreckt.
Die Bibel macht deutlich: Vergessen wir Gott, verlieren wir auch den Blick für das, was er uns schon geschenkt hat. Doch wer Gott vertraut, findet Grund zur Dankbarkeit – selbst im Leid, im Gefängnis oder in Armut.

Dankbarkeit heißt: erkennen, dass das Leben ein Geschenk ist. Sie bewahrt uns vor Neid und Vergleich. Sie lässt uns Schönheit im Kleinen sehen, selbst in dunklen Stunden. Und sie richtet unseren Blick nicht auf das, was fehlt, sondern auf den Geber aller guten Gaben.
Vielleicht ist es deshalb so wichtig, Dankbarkeit zu üben:
• Weil sie unser Herz heilt von Unzufriedenheit.
• Weil sie uns neu lehrt, Gott zu vertrauen.
• Weil sie uns verbindet mit den Menschen um uns herum.

So wird Dankbarkeit zu mehr als einem Gefühl – sie wird zu einer Lebenshaltung des Glaubens.

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