Fr.. Feb. 27th, 2026

Leichtigkeit im Glauben

Manchmal scheint alles um mich herum schwer zu sein. 
Stress und Druck häufen sich, und obwohl Jesus mich einlädt, meine Sorgen bei ihm abzuladen, fällt es mir gerade in solchen Momenten am schwersten, ihn zu spüren. 

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ 1.Petrus 5, 7

Ich fühle mich dann oft allein – als würde er hinter einem dicken Nebel aus Kummer verschwinden. Und diese Distanz lässt mich denken, ich mache alles falsch. 

Zu all dem Druck gesellen sich dann auch noch Zweifel – und der Nebel wird nur dichter. 

In dieser Zeit bekam ich im Gebet immer wieder das Bild eines Schmetterlings. Ich dachte, es sei Gottes Zusage, dass bald alles leichter wird. Neulich, als ich völlig frustriert auf die Terrasse ging, war er plötzlich da – ein echter Schmetterling. Er flatterte um mich herum, fast als würde er mit mir tanzen, und schien überhaupt nicht scheu zu sein. Er wirkte schon alt, seine Flügel etwas ramponiert. Ich konnte ihn sogar auf die Hand nehmen – er setzte sich fast wie von selbst auf meinen Finger. 

Ich war verzaubert. Dankbar. Endlich schien Gott mir einen Moment der Leichtigkeit zu schenken. In diesem Augenblick rückte mir Jesus ein Stückchen näher. Doch in dem Moment, als der Schmetterling wieder davonflog, kam mir ein Gedanke, der alles veränderte: Was, wenn der Schmetterling gar nicht für Leichtigkeit steht?

Ein Schmetterling wird oft mit Leichtigkeit in Verbindung gebracht. Doch sein Leben ist alles andere als leicht. Man könnte im Leben eines Schmetterlings sogar eine gewisse Tragik sehen. Er hat oft nur eine sehr kurze Lebensspanne – meist lebt er nur wenige Tage oder Wochen. Sein ganzes Leben lang, ob als Ei oder Raupe, ist er allen Gefahren ausgesetzt. Viele erreichen das Erwachsenenstadium nie. Und wenn wir einmal ganz radikal denken: Er verliert sein altes Selbst – die Raupe hört auf zu existieren, um dem Schmetterling Platz zu machen. Das für ein Leben in Dringlichkeit. Er hat kaum Zeit. Seine einzigen Ziele sind: 

Schönheit und Leichtigkeit täuschen über den ständigen Zeitdruck hinweg. Dringlichkeit, Zeitdruck, immer mehr … Mehr schaffen, mehr leisten, mehr, mehr, mehr … Ich könnte mir gut vorstellen, dass schon die Raupe unter dem Druck stand, perfekt aussehen zu müssen. 

Was, wenn der Schmetterling nicht nur ein Symbol für Leichtigkeit ist, sondern auch für ein Leben voller Zwang, Dringlichkeiten und Druck?

„So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“Galater 5,1 

Auch wir erleben eine Transformation, wenn wir Jesus in unser Leben lassen. Wir trennen uns vom Joch dieser Welt und dürfen „Schmetterling“ werden. Doch auch unser Leben ist begrenzt. Selbst als Jünger Jesu können uns die Dringlichkeiten dieser Welt überwältigen. Sorgen und Zweifel können uns verfolgen wie ein Vogel den Schmetterling.

„Wer aber von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um eine einzige Elle verlängern?“ Matthäus 6,27

Jesus hat uns nicht nur von der Sünde befreit, sondern Gott hat uns ein neues Leben geschenkt – ein Leben frei von gesellschaftlichem Druck, frei von dem Drang, sich in eine Schublade stecken zu lassen, frei von Perfektionismus. 

Ja, unser Leben ist wie das eines Schmetterlings begrenzt. Aber während für den Schmetterling das Leben schnell endet, beginnt für den, der mit Jesus lebt, nach dem irdischen Ende etwas noch Größeres.

„Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;“ ‭‭Johannes‬ ‭11‬:‭25‬

Die „Dringlichkeit“ im Glauben ist nicht getrieben von Angst, sondern von Freude und Gewissheit, dass die Zeit, die wir hier haben, Bedeutung für die Ewigkeit hat. Mit Jesus zu leben heißt, sich nicht von gesellschaftlichem Druck, Perfektionismus, Sorgen oder Ängsten fesseln zu lassen, sondern das Wesentliche zu tun: Ihn lieben, anderen dienen und die gute Nachricht weitergeben.